Montag, 31. August 2009

Alles neu

Ich schreibe diese Zeilen am Vorabend eines bedeutenden Tages: am 01. September wird das Insolvenzverfahren der Arcandor AG, Quelle GmbH, uvm. eröffnet. Währenddessen gibt es wilde Diskussionen um 15 Millionen Euro zugesichertes 5-Jahres Gehalt, das sich der Vorstandsvorsitzende Eick ausbezahlen lässt. Aber um es vorweg zu nehmen: ich würde es auch machen!

Warum sollte sich Jemand freiwillig aus dem gemütlichen Telekom-Vorstandssessel erheben um sich mit den Problemen des sinkenden Schiffes "Arcandor" zu befassen? Ebenso treffend formuliert es die Süddeutsche Zeitung:
"Und die Banker wussten: Ohne Netz und doppelten Boden würde sich kein hochrangiger Manager auf das Abenteuer in Essen [Sitz von Arcandor] einlassen."
Viel spannender als die Diskussion um Hr. Eick ist aus meiner Sicht die Zukunft der einzelnen Bestandteile von Arcandor, denn schließlich dreht es sich dabei um meinen aktuellen und ggf. auch zukünftigen Arbeitgeber. Daher bleibt mit nur eine Hoffnung: Alles neu!

Sonntag, 30. August 2009

this is a test

Der Profi-Tourist hat wieder zugeschlagen. Diesmal auf der Liste: Århus (gesprochen "Orhus"), die mit etwa 230.000 Einwohnern weitgrößte Stadt in Dänemark.

Trotz der etwa einstündigen Fahrtzeit an die Küstenstadt, wohnen viele Bon'A Parte Mitarbeiter dort. In Begleitung meiner Mitbeohnerin wurde ich daher von meiner Arbeitskollegin Marie und ihrer 10-monatigen Tochter Karen zum Mittagessen an der Innenstadt-Promenade empfangen. Ein erster Pluspunkt, nachdem das regnerische Wetter mal wieder für Punktabzug gesorgt hatte.


Anschließend steuerten wir das "ARoS", das beste Kunstmuseum der Stadt, an. Besonderes Highlight ist die fünf Meter hohe Statue "Boy" von Ron Mueck. Sie fasziniert durch die unglaubliche Detailtreue und den Gesichtsausdruck. Wenn man sich an das Gefühl gewöhnt hat der Junge würde jeden Moment aufstehen, sind die Augen wirklich spannend. Je nachdem aus welcher Richtung man den Burschen betrachtet, wirkt er mal neugierig, traurig oder ängstlich.


Nach einem lecker Entspannungs-Kaffee (volle Punktzahl!) ging es quer durch die Stadt auf der Suche nach dem besten Platz, um die "Århus Festivaluge" (Festival-Woche) genauer unter die Lupe zu nehmen. Leider haben wir sie nicht wirklich gefunden. Zwar gab es jede Menge Bühnen, Futterbuden und auch ausreichend Besucher, nur kamen beide nicht zusammen wie es schien. Stattdessen war meist Jeder auf dem Weg von A nach B. Aus Trotz zog ich einen 37 Kronen-Whopper (5,00 €) den dänischen Köstlichkeiten vor.


Alles in Allem wird die Stadt ihrem Ruf als "kleinste Großstadt der Welt" durchaus gerecht. Sie hat diese gewisse Wohlfühl-Größe, wobei ich den echte "wow"-Faktor bisher nicht entdecken konnte. Mein erstes Urteil: 7,5 von 10 Punkten.

Sonntagmorgen

Während ich mich von den Reisestrapazen meines Tagesausflugs nach Aarhus erhole, erlebe ich einen ständigen Wechsel zwischen "Yeah ... Sonne!" und "Oh ... Weltuntergang". Die Intensität und Dauer bis zum Eintritt des Weltuntergangs lässt sich mittels der Trommel-Geschwindigkeit und Einfallwinkels des Regens berechnen. In der Regel beträgt dieser nicht unter 30° wenn man die Spuren auf meiner Fensterfront betrachtet.


Dabei stellt sich mir die Frage, ob es sich bei der aktuellen Wetterlage um einen typisch dänischen Sommer, verspätetes April-Wetter oder heraufziehendes September-Wetter handelt. An der Tatsache dass ich auf Grund der 19,8° heute morgen in meinem Wohnzimmer die Heizung angestellt habe, ändern die angestellten Überlegungen allerdings nichts.

Freitag, 28. August 2009

step by step

Today there is just a simple message: I recently discovered that I am actually living in Denmark.

The explanation is not as easy as you might think: first of all I have to admit that I am thinking a lot about my time in Nottingham lately and lots of beautiful memories come to my mind (maybe I should wear my red shirt again which I also brought to Denmark). All that feelings surprisingly made me realize that I really reached my goal to work for BON'A PARTE once during my studies. That's why I sometimes sit on my desk, start smiling and have a look around in the office. It still seems a little unreal.

The tough thing is to explain the link between Nottingham an Ikast. On one hand it means that I only spent roughly five at home this year )which is not much if you take into account that we are reaching September next week). On the other hand I remember what someone told me at the beginning of the year:
"2009 is THE year".
So living in Denmark is just another important step in 2009. And there are still a few exciting steps to come.

Donnerstag, 27. August 2009

Bier her!

Es gibt Tage an denen läuft einfach Alles so, wie es nicht laufen sollte. Man steht mit dem falschen Fuß auf, alle Mitmenschen sind auf Konfrontation programmiert und auch die kleinsten Kleinigkeiten entwickeln ungewolltes Eigenleben. Heute ist kein solcher Tag.

Heute ist ein Tag, an dem Dinge einfach funktionieren, an dem man nette eMails bekommt oder erfährt, dass wildfremde Menschen die erste Ladung Testkekse gebacken haben. Daher sei Jedem empfohlen, der in den Genuss eines ähnlichen Ereignisses kommt: zurücklehnen, entspannen und genießen!


Als hätte ich es geahnt, habe ich in weiser Voraussicht heute Morgen eine Flasche Bier aus der Heimat in den Kühlschrank gepackt. Schön, dass es solche Tage gibt!

Mittwoch, 26. August 2009

Ulla die Zweite

Nachdem ich mich vor wenigen Wochen über den ersten "Aufreger" des deutschen Sommerlochs geäußert habe, möchte ich als Fortsetzung einen Artikel der Südeutschen Zeitung kommentieren. Denn wie es scheint, interessiert sich die deutsche Öffentlichkeit eher für Parties im Kanzlerarmt als um die bevorstehende Bundestagswahl.

Der Kommentar der Süddeutschen Zeitung lautet wie folgt:
Der Deutsche neidet gerne. Es gibt einen Generalverdacht gegen die "da oben". Deshalb ist es auch so lohnend etwa für ein Massenblatt wie die Bild-Zeitung, den Volkszorn zu organisieren ...
Weiter heißt es:
Ulla Schmidt kann man politische Dummheit unterstellen - sicher keine persönliche Bereicherung. Und Angela Merkel hat das getan, was Kanzler in unterschiedlicher Form schon immer getan haben - und tun sollten: Viele Gäste aus den verschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen einzuladen, um mit ihnen über alle möglichen Themen zu diskutieren.
Mein Lieblingssatz aber lautet:
Damit kein Missverständnis entsteht: Das Kanzleramt ist keine Eventagentur und auch keine mietbare "Partylocation" ... [aber] wer sich jetzt empört, sollte sich auch überlegen, ob in Deutschland die Kleinkrämerei nicht überzogen wird.

Wie auch Eingangs beschrieben, stellt sich mir allerdings auch die Frage, wo der sagenumwobene Wahlkampf geblieben ist, der seit Ende letzten Jahres mit Beginn der Wirtschaftskrise herauf beschworen wurde. Leider konnte ich aus der dänischen Ferne bisher keine schlüssigen Antworten darauf finden. Ich suche weiter!

edit: einen weiteren Artikel zu diesem Thema gibt es hier.

Dienstag, 25. August 2009

Connectors, Mavens, Salesmen

Leider nehme ich mir in letzter Zeit nicht mehr so viel Zeit zum Lesen, wie ich das noch zu Beginn meiner Reise getan habe. Wenn ich mich dann also dazu durchringen kann, ein paar Seiten zu verschlingen, dann müssen sie auch schmecken. Daher habe ich seit einigen Wochen keinen Blick mehr in den Theorietempel "Die Entstehung des Wohlstands" gewagt.

Stattdessen fesselt mich derzeit "Tipping Point" mit dem deutschen Untertitel "Wie kleine Dinge Großes bewirken können". Es dreht sich um die Entstehung von Massenphänomenen, um Begriffe und Phänomene wie kritische Masse oder virales Marketing zu erklären. Trotz der wiederum sehr theoretisch anmutenden Beschreibung, lernt man viel über Menschen und ihre sozialen Fähigkeiten. Um mir ein genaueres Bild vom Inhalt machen zu können, durchforste ich also gedanklich mein Umfeld nach "Connectors" (Menschen, die unglaublich viele andere Menschen kennen), Mavens (Marktexperten, die auf jede Frage eine Antwort wissen) und Salesmen (Leute, denen man die nervende Schwiegermutter abkaufen würde).


Nach Abschluss der Lektüre werde ich also massenweise "social epidemics" starten. Nehmt euch in Acht!