Freitag, 6. März 2009

british google

Wenn man für einen kurzen Moment die Augen schließt, um an andere Länder und andere Sprachen zu denken, dann hat man zumeist ein klares Bild im Kopf oder einen gewissen Sound im Ohr. So war es auch bei mir der Fall, bevor ich nach Nottingham kam.

Zugegebenermaßen hatte ich ziemlich die Hosen voll, dass mir der britische Dialekt sehr schnell auf den Wecker gehen wird. Allerdings zeichnet sich ausgerechnet die Gegend um Nottingham durch einen ausgesprochen fiesen Dialekt aus, weshalb ich in den ersten Wochen das Gefühl hatte jegliche Englisch-Kenntnisse in Deutschland gelassen zu haben.

Denn obwohl Engländer häufig behaupten, dass Deutsch eine komische Sprache mit skurrilen Umlauten sei, kommt es mir manchmal so vor, als würden sie öfter "ö" und "ü" benutzen, als das bei uns der Fall ist. Bestes Beispiel ist wohl unser aller Freund und Helfer "guugel", der sich in England eher nach "gühgl" anhört. Klingt komisch, ist aber so.


Insgesamt musste ich feststellen, dass Briten dazu neigen nahezu jedes Wort extrem dunkel auszusprechen (ja, da kommt der Deutsch-Lk zum Vorschein). Verabschieden musste ich mich auch von der bequem lässigen amerikanischen Aussprache, die eher soft anmutet und einen gewissen "flow" hat, während British English tendenziell hart unterwegs ist.

Nachdem ich schließlich gelernt hatte einzelne Worte zu identifizieren, konnte ich mich darauf konzentrieren die Bedeutung dahinter zu ergründen. Zwar gelingt mir das bis heute nicht immer, aber ich habe das Gefühl, dass es täglich besser wird. Spätestens wenn man merkt, dass sich die eigene Aussprache verändert bzw. anpasst, sollte man das als Zeichen der Wertschätzung für eine andere Sprache interpretieren (das ist zumindest bei mir der Fall).

Donnerstag, 5. März 2009

official announcement

Achtung! Durchsage! Alle Leser werden geben ihre Augen zu reiben und Ohren zu spitzen!

Ich werde meine Blogger-Karriere von 13.07. bis 30.09. von einem der nördlichen Nachbarländer Deutschlands aus vortsetzten. Es handelt sich um Dänemark, genauer gesagt dem kleinen Städtchen Ikast. Um es noch exakter zu formulieren: ich werde einen weiteren Auslandsstep bei Bon'A Parte verbringen.


Für Alle Unwissenden: Bon'A Parte ist ein Spezialversender von Wohlfühlmode für die ganze Familie (und Teil der Primondo-Gruppe). Dank ein wenig Vitamin B (meine Chefin hat mal kurz den Telefonhörer geschwungen) habe ich es endlich geschafft den ersehnten Step zu ergattern, nachdem ich es seit Beginn meines Studiums vergeblich versucht hatte.

Mein Einsatzbereich lautetet: Strategisches Marketing (Internationalisierung und Tagesgeschäftunterstützung), sowie eCommerce. Letzteres ist vor allem deswegen spannend, weil über 50% der Umsätze online generiert werden und die gesamte Steuerung der eCommerce Aktivitäten sämtlicher Tochtergesellschaften von Dänemark aus erfolgt.

Ich habe lange gebaucht, um zu glauben, dass es wirklich klappt (damit habe ich mittlerweile begonnen). Bis ich die ganze Geschichte allerdings wirklich realisiere wird wohl noch einige Zeit vergehen ...

Mittwoch, 4. März 2009

ein bisschen Stolz

Ich hatte schon ziemlich zu Beginn meines Steps verlauten lassen, dass ich an einer Kundenkarte für unsere Boutique in London bastle. Heute kann ich (nicht ohne ein bisschen Stolz) verkünden, dass das Projekt nahezu abgeschlossen ist.

Der Auftrag ist während eines Meetings mit unserer Consulting Agentur entstanden, als wir nach Maßnahmen suchten, um die Boutique etwas zu "pushen". Also bestand meine Aufgabe darin eine Kundenkarte an den Start zu bringen. Leider konnten wir die Abwicklung nicht über unser Kassensystem realisieren, da die Gespräche mit der betreuenden Firma mehr als zäh waren. Also musste eine einfache, aber trotzdem elegante Lösung her (der Name ist Programm). Nach einer längeren Konzeptions- und Analysephase meinerseits, durfte ich schließlich auch alle weiteren Schritte vom Briefing der Grafik-Agentur bis hin zur Auswahl und Bestellung einer Schaffnerzage selbst abwickeln (mit Zustimmung meiner Chefin versteht sich). Und hier das Ergebnis:


Zum einen gibt es ein Anmeldeformular (A5), auf dem die Kundendaten erfasst werden, um diese für Marketingzwecke nutzen zu können ("Sammeln sie doppelte Punkte", etc.). Damit man die Formulare an der Kasse angemessen präsentieren kann, habe ich einen kleinen "broshure holder" geordert (aber kein Plastikteil, sondern ein schönes silbernes). Die eigentliche Karte hat die Größe einer doppelten Visitenkarte und sollte in jedem Frauengeldbeutel "chique" aussehen. Der männlichste Teil der Geschichte ist mit Abstand die Schaffnerzange (extra aus Deutschland importiert), mit der wir kleine Sterne in die vorgefertigten Felder stanzen können. Für jede 50£, die unsere Kundinnen in der Boutique liegen lässt, bekommen sie einen Stern. Je nach Kauffreudigkeit bekommt sie nach erreichen einer bestimmten Menge an Sternen einen Gutschein im Wert von 5£ bis 35£.

Insgesamt war es ein sehr cooles Projekt bei dem ich viel gelernt habe. Lustig fand ich, dass mir meine Chefin heute erzählt hat, dass die Deutschland Marketingabteilung das Konzept ganz interessant findet. Kann also sein, dass es bald auch in Deutschland Elégance Kundenkarten gibt.

Dienstag, 3. März 2009

a burger safed my day

Es ist nicht leicht nach einem derart coolen Erlebnis, wie unserem nächtlichen Fotoshooting, neue inhaltliche Granaten zu präsentieren. Aber ich versuche es trotzdem.

Gestern hatte ich vergessen zu erwähnen, dass unser Hotel sogar den Ansprüchen meiner Mitstreiterin angemessen war, was mich sehr erfreut hat (andernfalls wäre ich der Idiot gewesen, da ich das Zimmer gebucht hatte). Also ging es gut gelaunt in den Sonntag, in den wir erneut mit Kultur pur starteten. Diesmal hatten wir es auf den "tower of London" abgesehen, wobei der Name irreführend ist, weil es sich eher um eine Art Burg oder Festung in der Nähe der gleichnamigen Brücke handelt. Glücklicherweise kamen wir rechtzeitig zu einer der legendären "Yeomen" Führungen. Der Name klingt witzig, was auch für deren Kleidung und die Art der Führung zutrifft. Yeomen sind die Bewohner und Bewacher des towers und haben allesamt mindest 22 Jahre in der "royal army" hinter sich.


Im Inneren der dicken Mauern stehen viele Gebäude und Türme, wie auch der "white tower", der für die damalige Zeit ein unfassbar großes Gebäude gewesen sein muss, heute aber von einer Vielzahl von Wolkenkratzern übertroffen wird. Eindeutiges Highlight sind die Kronjuwelen, die es für Jedermann zu besichtigen gibt. Zwar waren wir uns unschlüssig, ob es sich um die echten Klunker handelt, beeindruckt waren wir aber trotzdem. Vor allem der "Stern von Afrika", der größte Diamant der Welt ließ meine Mitstreiterin deutlich seufzen. Allerdings kann ich mir diese Sammlung an funkelnden Kronen, Zeptern und sonstigem Schmuck eher weniger im Einsatz für unseren guten Charles und dessen Krönung vorstellen (sofern er es schafft seine Mutter zu überleben). Alles sehr britisch das Ganze und daher extrem sehenswert.


Mein Highlight des Tages war trotzdem das Mittagessen, da wir wiedermal ein Burger-Restaurant aufgespürt hatten. Aufmerksame Leser ahnen schon, dass diese Tatsache nicht zwingend für kulturelle Highlights am Nachmittag spricht. Stimmt! Wir tingelten nach dem Futtern in Richtung Oxford Street, was am Sonntag Nachmittag bzw. Abend ähnlich anstrengend ist wie am Samstag. Shopping eben. Während Conni sich den Rest des Tages an den vielen Geschäften erfreute, träumte ich noch von meinem Mittagessen ...

Montag, 2. März 2009

eine inahltliche Granate (?)

Feels like Ewigkeit, seit ich zuletzt alle daheim Gebliebenen mit News versorgt habe, was ich an dieser Stelle nachholen möchte. Ein antrengendes, aber geniales Wochenende liegt hinter mir.

Nach einer nächtlichen Reise nach London (Start: Samstag Morgen, 05.30 Uhr), wartete ein spannender Tag auf mich und meine Mitstreiterin. Programmpunkt Nr.1 führte uns zur Westminster Abby, eine der bekanntesten Kathedralen der Welt. Diese eher sakrale Angelegenheit war durchaus beeindruckend, denn es ist DIE Anlaufstelle für alle wichtigen kirchlichen Ereignisse in England (von Krönungen sämlticher Kings and Queens über königliche Hochzeiten bis hin zu Beerdigungs-Zeremonien (Diana!). Die Atmosphäre ist dem entsprechend sehr kirchlich, was dadurch unterstützt wird, dass man ständig über im Boden eingelassene Gräber bzw. Grabtafeln läuft (wie beispielsweise von Newton oder Darwin). Insgesamt "very impressive" und kulturell ganz weit vorne.

Programmpunkt Nr.2 namens "St. Paul's Cathedral" hört sich ähnlich an, war aber doch ganz anders. Zum einen ist die Kathedrale größer und weniger Touristen-überflutet, zum anderen überrascht sie mit einer eher weltlichen, sauberen und herrschaftlich anmutenden Atmosphäre. Das könnte vor allem daran liegen, dass der komplette Innenraum Dank einer großzügigen Spende von über 10 Mio. Pfund vor wenigen Jahren komplett gesäubert wurde. Leider lässt sich das Erlebte und Gesehene nur schwer in Bildern oder Worten wider geben, da es unserem Eindruck nicht gerecht werden würde. Es fühlt sich trotz der Größe sehr "gemütlich" an. Man hat auch weniger das Gefühl in einer Kirche zu sein. Die Modernität auf Grund der vielfachen Zerstörungen und Erneuerungen machts möglich (fragt sich nur welche cathedral welche ist?).
















Programmpunkt Nr. 3 möchte ich nur kurz ausführen: Harrods, der bekannteste Einkaufstempel der Stadt. Für mich nur ein weiterer Konsumpalast, wobei ich jede einzelne Minute im Harrods jeder einzelnen Sekunde auf der Oxford Street im Zentrum der Stadt vorziehen würde. Dafür trägt Programmpunkt Nr. 4 den Titel "Das Beste zum Schluss". Trotz eisiger Kälte am Themse-Ufer verbrachten wir nahezu eine Stunde in font of "Big Ben" und den "Houses of Parliaments". Eine geniale Kulisse, die uns schlappe 202 Fotos wert war. Doch unserer Meinung nach hat es sich gelohnt. Seht selbst ...

Mittwoch, 25. Februar 2009

Organisatorisches

Auf Grund diverser Baustellen an meiner Bachelorarbeit und stark sinkender Qualität meiner Blogposts, werde ich die Quantiät in den nächsten Tagen etwas zurück schrauben.

Es darf sich trotzdem gefreut werden. Als weitere Themen stehen ein London-Wochenende mit Conni, britische Geduld, Musik und Radio, sowie mein nächstes großes Ziel "040709" auf der Liste.

Dienstag, 24. Februar 2009

Surfen für Vollprofis

Ich hatte schon an anderer Stelle erwähnt, dass bloggen an sich zwar Spaß macht, aber durchaus zeitintensiv ist. Erschwert wird die Geschichte nämlich, wenn man teils akrobatische Meisterleistungen hinter sich bringen muss, um ausreichend Empfang zu haben. Doch mittlerweile bin ich Vollprofi!

Vorweg muss ich noch sagen, dass ich mich in ein gesperrtes Netzwerk einlogge (ja, das ist wohl auch in England illegal) und ich mich deshalb wohl auch nicht beschweren sollte. Die geeignete Position für meinen Laptop zu finden ist nicht leicht, aber mit viel Fleiß, köperlicher Ftiness und ein wenig Glück schaffe ich es mittlerweile. Ich werde wohl erstmal einen Chiropraktiker konsultieren müssen, sobald ich wieder in Deutschland bin, aber es funktioniert (seit dem zweiten Tag).


Allerdings muss ich zeitweise die Position teils um wenige Centimeter ändern, aber so bleibt es wenigstens abwechslungsreich. Ich habe mir auch überlegt einige Markierungen auf den Teppich zu malen, damit mein Nachfolger von meinen Anstrengungen profitieren kann. Was die Farbe angeht, werden noch Wünsche entgegen genommen.