Montag, 23. Februar 2009

mal was witziges

Nach einigen eher gehaltvollen Beiträgen, möchte ich heute nur kleines Bild präsentieren, um die allgemeine Stimmung zu erheitern (was evtl. auf Grund der überschwänglich fröhlichen Faschings-Zeit gar nicht nötig ist). Aber trotzdem ...

Es handelt sich um ein Plakat, das ich an einer der zahllosen Tube-Stationen (U-Bahn) in London entdeckt habe. Man muss dazu sagen, dass das komplette Streckennetz eine einzige Baustelle ist und das zuweilen in einem heillosen Durcheinander enden kann. Als ich Sonntag Abend zum Bahnhof gefahren bin, gab es mehr Durchsagen, welche Linien geschlossen sind, als umgekehrt.


Das Plakat fand ich sehr witzig, da ich es während meiner endlosen Starbucks-Suche gefunden habe. Wahrscheinlich hätte ich einfach über jedes andere Plakat gelacht, aber für einen kleinen Blog-Eintrag reicht es allemal, oder nicht?

p.s.: für Alle, die es nicht wissen oder schlecht im "Zwischen-den-Zeilen-lesen" sind: ich hasse Fasching und freue mich außerordentlich, dass ich in diesem Jahr vor diesem "Ereignis" auf der Insel in Sicherheit bin. Herrlich!

Sonntag, 22. Februar 2009

travel: train day

Ich kann mir vorstellen, dass es da draußen nur sehr Wenige gibt, die "Zug fahren" als eine Sonntags-beschäftigung erachten. Da bin ich anderer Meinung.

Regelmäßigen Lesern dürfte nicht entgangen sein, dass heute der 22.02. ist. Zur Erinnerung: das ist der Tag, an dem Liverpool gegen Manchester City spielt. Was macht man aber, wenn man keine Karte bekommen hat? Richtig, man setzt sich in den Zug (3 Stunden einfache Strecke) und schippert an den Ort das Geschehens: das Stadion an der Anfield Road. Und das tat ich auch!


Dort angekommen versuchte ich eine der begehrten Karten zu ergattern, fand aber leider einen klaren "Anbietermarkt" vor. Um das erste BWL-Semester kurz ins Gedächtnis zu rufen: alle Marktaktivitäten konzentrieren sich auf den Anbieter (also nicht auf den Nachfrager, wie man es heutzutage gewohnt ist). Das bekam ich dann auch am eigenen Leib zu spüren, denn es gab nur Leute die Tickets wollten, aber kaum Jemanden, der welche verkaufen wollte.

Nach einiger Zeit hatte ich die Ticket-Mafia aufgespürt. Deren Geschäft besteht darin, zwischen den Menschenmassen nach "spare tickets" zu fragen, um sie anschließend suchenden Leuten, wie mir anzubieten (gut vernetzt die Jungs). Leider war mir der Spaß aber keine 150 Pfund wert und ich bleib daher leider ohne Ticket. Zurück blieb ein Schlachtfeld aus Müll und Dreck, vergleichbar dem Anblick nach einer heftigen Partynacht.


Wer denkt, dass ich deswegen deprimiert nach Hause fuhr, liegt falsch. Ich hatte eine angenehme Rückreise und war gegen 18.30 Uhr zurück in Nottingham. Von dem Moment an, als ich vom Zug ausstieg, hatte ich zudem extrem gute Laune, was dazu geführt hat, dass ich halb dancend, halb bouncend nach Hause ging.

Wahrscheinlich war es mir nicht wichtig das Spiel zu sehen. Stattdessen war das Gefühl es versucht zu haben, mehr wert als alles Andere, was ich an Stelle von 6 Stunden Zugfahrt hätte anstellen können. Um es mit den Worten meines geschätzten Kollegen Jul zu sagen: "Life is full of enjoyable gifts! We just have to accept them."

Samstag, 21. Februar 2009

review: one day off

I felt strange today. It took quite a long time until I realized in the afternoon, why I was feeling that strange. The answer is simple: it was my first day off since three weeks. After having spent two weekends on traveling, I had some time to relax and start thinking of what my life looks like at the moment.

It seems that my stay in Nottingham is a time for me to learn. Every day. I learn about culture, working habits, language and many more thinks that I might not realize while I am here, but within the next months. It also feels good to know, that I am able to meet my goals regarding my bachelor thesis and tasks at work. Due to the small size of Elégance UK, it's my impact on several projects I am dealing with, what makes me work even harder. Every day.

Therefore it's that kind of "spirit", I will hopefully remember for a long time. It's really hard to describe, but whoever enjoyed going to work on a Monday morning, might understand, how I am feeling.

Donnerstag, 19. Februar 2009

turn around

Mittlerweile ist es schon eine ganze Weile, die ich damit verbringe euch die neuesten News über mich und mein Leben hier in Nottingham näher zu bringen. Dazu zerbreche ich mir des öfteren das Hirn, was meine Leserschaft denn von mir erfahren möchte.

Heute ist es an der Zeit den Spieß umzudrehen und euch zu fragen, was ihr gerne von mir wissen wollt. Einfach mal so. Zwar habe ich noch ein paar Themen im Ärmel, aber interessant fände ich es trotzdem.

Also raus damit! Zeigt keine Scheu! Seid mutig und stellt Fragen!

Mittwoch, 18. Februar 2009

british: das gute Pfund

Eine Sache, die man England oft nachsagt, ist das relativ teure Preisempfinden aus Sicht eines Deutschen. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Hintergrund der Geschichte ist allerdings die Entwicklung der Währung:

Obowhl, ich nur wenig Zeitung lese, bemerkt man an allen Ecken, dass die Engländer ihrer starken Währung nachheulen, auf die sie doch so stolz sind. Ähnlich wie die gute alte Deutsche Mark stellt das Pound Sterling (£) noch ein Symbol nationaler Stärke dar (zumindest bis vor ein paar Monaten). Links der 10-Jahres Vergleich, rechts der Verlauf im letzten Jahr (derzeit muss man für 1£ ca. 1,10€ auf den Tisch legen.


Daher sind Lebensmittel ähnlich teuer wie in Deutschland. Bahnfahren ist bezahlbar (sobald man rausgefunden hat, wie das Preissystem funktioniert). Essen gehen ist teils günstiger, was meist daran liegt, dass auch die Gastronomie mit Rabatten und "Sale" um sich wirft (es sei dann natürlich man geht ins "Fiftteen"). Wirkliche Schnäppchen kann man im Bereich Elektronik machen (wie ich zum Leidwesen meiner Reisekasse schon feststellen musste). Den wirklich krassesten Unterschied habe ich bisher bei Musik bemerkt, denn ein Album kostet selten über £10, wobei der Durchschnittspreis meist deutlich darunter liegt.

Zum Abschluss noch ein kurzer Überblick, was Scheine und Münzen angeht (leider unvollständig). Angemerkt sei allerdings, dass ich bisher nichts höheres als einen £20-Schein in den Händen hatte, da die Geldautomaten ("cash maschine" genannt, was ich sehr witzig finde) nichts anders ausspucken. Da bläht sich der deutsche Geldbeutel ganz ordentlich auf wenn man £300 abhebt).


Wie schön müssen die Zeiten gewesen sein, in denen man noch eine eigene Währung hatte? Meinem Empfinden nach gehört das Pfund definitiv immernoch zum Nationalstolz England. Irgendwie bemerkenswert.

Dienstag, 17. Februar 2009

travel: 12 Stunden London pur (part II)

Im Anschluss an dieses Erlebnis konnte ich mich zwar kaum noch bewegen, aber deswegen meinen Touri-Tag einfach so beenden ging auch nicht. Also schleppte ich mich mit vollem Magen zurück in Richtung Innenstadt und London-Tower. Dort angekommen, war ich überrascht auch gleich einen Blick auf die gleichnamige Towerbridge werfen zu können.


Leider hatte mein Mittagsmahl zu viel Zeit in Anspruch genommen, um den London Tower (eigentlich eher eine Festung, in der es unter Anderem die Kronjuwelen zu sehen gibt) besichtigen zu können. Ich entschloss mich daher, die Tower-Bridge genauer unter die Lupe zu nehmen. Idealerweise kann man dieses Monstrum an Brücke auch von innen erkunden, was ich auf Grund des schlechten Wetters gar nicht schlecht fand. Man hat einen guten Überblick über die höchsten Gebäude der Stadt und über die Themse. Zudem bekommt man einen Einblick in die historische Konstruktion zum Anhben und Absenken der Fahrbahn (damals eine Mischung als Hydrik und vielen anderen Dingen, heute alles per Elektromotoren). Mein Vater hätte diesem technischen Wirrwarr als eingefleischter Tüftler definitiv das Prädikat "verschärft!" verliehen.


Daraufhin war ich auf Grund des einsetzenden Regens auf der verzweifelten Suche nach einem Starbucks. Leider ohne Erfolg. Die Spitze des Eisbergs war definitiv diese umgebaute Imbissbude am Ausgang einer Metro-Station. Unglaublich, was sich in England alles "Starbucks" schimpfen darf.


Gefühlte zwei Stunden später hatte ich es dann doch geschafft, wobei es mich in den Financial-District verschlagen hatte (der zwar an Wochenenden ausgestorben ist, aber trotzdem mit coolen Hochhäusern aufwarten kann). Dabei habe ich dann auch die Entdeckung des Tages gemacht. Einem Teil meiner Leserschaft müsste die "Suche nach der Gurke" in Barcelona ein Begriff sein. Leider war es uns damals auf Grund diverser Schweißausbrüche unserer geschätzten Begleitperson (verursacht durch die wenig beschauliche Gegend, in der das Teil steht) nicht möglich einen Blick auf eines der coolsten Gebäude der Stadt zu werfen. Glücklicherweise ist auch London mit einer Gruke ausgestattet, die mir einfach so über den Weg gelaufen ist. Diesmal hatte ich auch die Gelegenheit ein Auge auf die architektonischen Besonderheiten zu werfen. Was auf den Bildern leider nicht vermittelt werden kann, ist das unbehagliche Gefühl, dass sich die Gurke umzufallen scheint, sobald man ihr zu nahe kommt.
















Gegen 19.00 Uhr Ortszeit trat ich dann meine Rückreise nach Nottingham an, was das Ende meines 12-Stunden-London Tags bedeutete. Alles in Allem hatte ich ein richtig geniales Wochenende und kann an dieser Stelle schon ankündigen, dass es nicht mein letzter Besuch in London gewesen sein wird.

Montag, 16. Februar 2009

travel: 12 Stunden London pur (part I)

Zwar hatte ich nur mittelmäßig gut geschlafen (weil: ich wache derzeit jede Nacht ziemlich pünktlich gegen 02.00 Uhr auf), aber trotzdem wollte ich früh in meinen zweiten London-Tag starten. So schleppte ich mich also um 07.00 Uhr aus meinem Hotel, und steuerte zielstrebig den nächsten Starbucks an. Frisch gestärkt hatte ich mir vorgenommen diesmal die Touristenströme zu umgehen (und um es vorweg zu nehmen: es gelang mir auch, denn es sind wenige Leute da draußen so bescheuert wie ich).

Der Vormittag

Zunächst hatte ich es auf den Trafalga Square in Mitten der Stadt abgesehen. Tagsüber sind auch hier extrem viele Leute unterwegs, nicht aber so früh am Morgen. Der Platz ist der (!) Treffpunkt für alle wichtigen Ereignisse in London. Völlig zu Recht wie ich finde. Ein wenig unerwartet konnte ich auch einen ersten Blick auf den Big Ben erhaschen (den ich eigentlich weiter entfernt erwartet hatte).

















Nach einem frostigen Spaziergang durch den St. Jame's Park in Richtung Buckingham Palace, wurde ich das erste Mal an diesem Tag enttäuscht. Trotz eifrigen Bitten meinerseits, war die Queen nicht bereit aus ihrem Schlafrock zu schlüpfen, um mich zu einer wärmenden Tasse Tee zu empfangen. Frechheit!


Es blieb mir also nichts anderes übrig, als meinen Spaziergang fortzusetzen. Dieser führte mich zum Picadilly Circus, einem weiteren Gebiet, das im Normalfall von Touristen besetzt ist. Das liegt zum einen an den vielen Geschäften, zum anderen an der sicherlich spannenden Atmosphäre zwischen endlos gebogenen Gebäuden und einem Hauch Times-Square.


Das Mittagessen

Soweit zum touristischen Teil des Vormittags. Jetzt kommt das, worauf ich sehr lange Zeit hingefiebert hatte: ein Mittagessen im "Fifteen" (wer es verpasst hat: ein von Jamie Oliver gegründetes Restaurant in London). Zwar liegt es am A*** der Welt in einer ziemlich abgef*** Gegend, aber sobald man den Laden betritt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt.
















Das komplette Team ist extrem jung, die Einrichtung sehr stilvoll (aber gemütlich) und die Köche kann man bei ihrer Arbeit beobachten, weil die Küche offen ist (zumindest im oberen Teil des Restaurants ("Trattoria" genannt), denn der untere Bereich ("Dinig Room") ist viel edler). Um mich aufzuwärmen, bestelle ich einen Earl Grey, weshalb ich wenig über die Getränke berichten kann. Dafür kann ich umso mehr vom überaus genialen Essen berichten. Meine Vorspeise bestand aus einer Antipasti-Komposition, für die mir bis heute die richtigen Worte fehlen. Zwar waren die einzelnen Bestandteile (Salami, Oliven, Carpaccio, Rote Beete, Büffel-Mozzarella, uvm.) keine Meisterleistung, aber die Qualität der Zutaten, war das Beste, was ich bisher je gegessen habe (zumindest meinem Gefühl nach). Einfach unfassbar lecker. Mein Hauptgang (hausgemachte Taglialtelle mit Lamm-Ragout) und auch mein Nachtisch (Cheese-Cake mit Mohn und Blutorangen) waren handwerklich keine Sensation, deswegen aber nicht weniger lecker.

Knapp zwei Stunden später und 30 Pfund leichter, verließ ich diesen Tempel des Hochgenusses mit einer Menü-Karte, die ich auf freundliches Bitten von der Dame am Eingang bekam. Die Karte wird sicherlich in Zukunft meine Küche zieren, denn sie ein schönes Souvenir für dieses geniale Ereignis.


Als weitere Erkenntnis nehme ich also mit, dass ich jederzeit eher bereit bin mein Geld für gutes Essen, als für Shoppingexzesse auszugeben. Zwar wusste ich das vorher, aber bestärkt hat es mich allemal.